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Von unserem Redakteur Reinhard Kallenbach Koblenz.
Der Gesundheitssektor ist ein Markenzeichen der ganzen Region Mittelrhein
und damit ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Vor allem in Koblenz hat
die Medizin die Strukturen in den vergangenen Jahren nachhaltig verändert.
Zu den fünf großen Krankenhäusern der Stadt gesellen sich
zahlreiche Einrichtungen für ambulante Therapie und Rehabilitation.
Und auch die Prävention spielt in den neuen Zentren eine entscheidende
Rolle. Ernsthaften Erkrankungen vorbeugen helfen: Das ist auch ein Anliegen
der Arbeitgeber am Mittelrhein. Gemeinsam mit Kassen und Rentenversicherungsträgern
bieten sie entsprechende Programme an. Es kommt auch nicht von ungefähr,
dass die Initiative Region Mittelrhein das Thema Prävention zum Hauptthema
gemacht und sogar einen Preis ausgelobt hat (die RZ berichtete).
Alle Beteiligten vereint eine Einsicht: Schon allein volkswirtschaftlich
betrachtet ist es unsinnig, wenn sich Frauen und Männer im wahrsten
Sinne des Wortes krank arbeiten. Vor allem für Schichtarbeiter sind
die Belastungen enorm. Aber auch in normalen Bürojobs kann der Stress
krank machen vor allem dann, wenn auch noch Mobbing im Spiel ist.
Es müssen aber nicht immer nur der Arbeitgeber oder die Kollegen
sein, die das Fass zum Überlaufen bringen. So sind Rückenleiden
Klassiker, die oft auf Bewegungsmangel und Fehlbelastungen
zurückzuführen sind. Rund zwei Drittel unserer Patienten
sind Rückenpatienten, bestätigt auch Dirk Scheer. Der
Geschäftsführer des seit 1993 bestehenden ARK (Ambulantes Rehazentrum
Koblenz), weist aber auch auf andere Krankheiten infolge beruflicher Überlastung
hin.
Er beteiligt sich deshalb am Präventionsprojekte Kompas,
in dem er eng mit der AOK, der Deutschen Rentenversicherung und Aleris
in Koblenz zusammenarbeitet. Nach einem Kurzaufenthalt in der Klinik Bad
Münster am Stein, wo Teilnehmer rundum beraten werden, geht es dann
weiter zur ambulanten Behandlung nach Koblenz, damit das Trainierte auch
in Fleisch und Blut übergeht.
Nach eigenen Angaben gehört das Rehazentrum Komblenz mit seinen rund
80 Mitarbeitern bundesweit zu den größten seiner Art.
Es betreut übrigens auch den Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz.
Rund 2500 Behandlungen werden wöchentlich in der Pastor-Klein-Straße
durchgeführt.
Sehr oft stellt sich heraus, dass es für Beschwerden mehrere Ursachen
gibt, die bis zu Fehlstellungen im Kiefer reichen. Deshalb arbeiten unter
Leitung der Orthopäden Dr. Rainer Simon und Peter Schulien Physiotherapeuten,
Ernährungsberater, Psychologen und Pädagogen zusammen.
Vorteil für den Patienten: Er wird -zum Beispiel nach einem schweren
Bandscheibenvorfall-
in der Reha-Phase zwar bis zu sechs Stunden täglich im Zentrum behandelt,
kann aber in seiner gewohnten Umgebung bleiben. Vorteil für die Kassen:
Dieser Weg ist in der Regel günstiger als die stationäre Rehabilitation.
Das Ziel bleibt das gleiche: Die Erhaltung der Erwerbsfähigkeit.
Dafür gibt es uns, bringt es Dirk Scheer für die
ganze Branche auf den Punkt.
Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt eine Studie der Helmholtz
Gesellschaft.
Demnach verursachen allein Rückenschmerzen jährliche volkswirtschaftliche
Kosten in Höhe
von 50 Milliarden Euro. Die Zahl der Arbeitstage, die wegen Rückenleiden
ausfallen,
liegt bei 71 Millionen! Noch schlimmer: 80 Prozent der Deutschen haben
Rückenbeschwerden.
Prävention tut Not.
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Bei der Behandlung im
Ambulanten Rehazentrum kombiniert Physiotherapeut Frank Uwe Heinze klassische
und asiatische Methoden.
Foto: Reinhard Kallenbach
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Am 04. November 2011 fand im ARK das erste Symposion zum Thema Gesundes
Golfen statt. Die Teilnehmer wurden durch den Geschäftsführer,
Herrn Dirk Scheer, begrüßt und kurz über den Werdegang
des Ambulanten Rehazentrum Koblenz (ARK) informiert. Anschließend
übernahm Peter Schulien, Orthopäde, lizensierter Medical Treatment
Golf Doc, Sportmediziner und leitender Reha-Arzt im ARK. Er informierte
in anschaulicher Art mittels Videoclips, Golfschwünge einiger Top-Golfer,
welche bei genauerer Betrachtung alles andere als Gesund zu
bewerten sind. Hintergrund hierzu soll die falsche Motivation vieler Freizeit-Golfer
sein, genauso schwingen zu wollen, wie es Martin Kaymer, Tiger Woods und
viele andere Profi-Golfer tun.
Die beeindruckenden Zeitlupenaufnahmen ließen
erkennen, wie stark Verwringungskräfte bei den Auf-, Ab- und Durchschwungphasen
auf die Gelenke der Wirbelsäule einwirken. Da ca. 50% aller Mitglieder
im DGV über 50 Jahre alt und der größte Anteil der Neuzugänge
in den Golfsport über 55 jährige sind, wurde den Teilnehmern
dieser Infoveranstaltung jetzt schon verdeutlicht, wie ungesund
es sein kann Top Level-Vorbilder zu kopieren. Nach Peter Schuliens
Ausführungen übernahm Frank Uwe Heinze, Physiotherapeut im ARK
und lizensierter Golf-Physiotherapeut, offizieller Instructor für
Gesundes Golfen, DOSB-Sportphysiotherapie.
Frank Uwe Heinze erläuterte aus physiotherapeutischer
Sicht die negativen Einflüsse explizit im Golfsport - die
beim erlernen neuer Bewegungsabläufe auf den Bewegungsapparat, insbesondere
der Wirbelsäule einwirken. Die Teilnehmer wurden über das Leistungsspektrum
informiert, welches das Konzept des Gesunden Golfens im ARK
beinhaltet: ausführliche Befunderhebung durch den Arzt und den Physiotherapeuten,
Videoanalyse des Golfschwungs zwecks therapeutischer Dokumentation, gezielte
golfspezifische Physiotherapie, Erstellen individueller Übungspläne,
etc. Verdeutlicht wurde dies mittels einer grafischen Präsentation
über Gewichtsverteilung bei den Schwungphasen, Einleitung der Auf-
Ab- und Durchschwungphasen und der Darstellung der Belastungspunkte der
Wirbelgelenke und Bewegungssegmente bei unsachgemäßem Bewegungsablauf.
Abgerundet wurde die Thematik, neben den medizinisch
therapeutischen Aspekten, durch den Vortrag des Gastdozenten Jody Morris
von der Firma MTM-Golf, PGA Pro und Mitentwickler des Messsystems Setup
Engineering, ein System zur individuellen Anpassung von Golfschlägern,
und Mitentwickler der MTM-Golfschläger.
Herr Jody Morris veranschaulichte durch seine charmante
englische Art die Philosophie, die hinter der innovativen Idee von MTM
steckt, nämlich einerseits durch die Ermittlung von 8 definierten
Messpunkten, deren Werte in ein eigens dafür entwickeltes Softwareprogramm
gegeben werden und somit für jeden Golfer die richtigen Schlägermaße
errechnet werden. Somit ist ein wichtiger Schritt getan, in entspannter
Setup Position mit biomechanisch optimiertem Golfschwung eine ebenso entspannte
und Beschwerden freie Golfrunde zu spielen. Andererseits die Vermittlung
eines dem natürlichen Bewegungsmuster entsprechenden Golfschwungs,
angefangen vom natürlichen Zufassen des Schlägers
(er vermeidet bewusst den Begriff Griff) bis hin zur biomechanisch
individuellen Rumpfrotation. Jody Morris betonte aber auch mehrfach, dass
er es für sehr wichtig erachtet, als Golflehrer die Kooperation mit
Physiotherapeuten zu suchen. Nur so kann gewährleistet werden, dass
individuell auf die körperlichen Problematiken der Zielgruppe plus
50 eingegangen wird und somit deren Spaß am Golfspiel erhalten bleibt.
Nach gut drei Stunden war die Gesamtveranstaltung beendet
und die sehr interessierten Teilnehmer gingen, umfangreich informiert,
und sicherlich auch mit neuen Gesichtspunkten ob der gesünderen Gestaltung
des Golfsports, nach Hause.
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